Fehlgeburt, künstliche Befruchtung - Der Weg zu unserem Wunschkind



In diesem Post möchte ich euch meine Geschichte erzählen. Viele Frauen sind mit diesen Themen konfrontiert, leider sprechen wir selten darüber. Mir haben Gespräche unter gleichgesinnten sehr viel gegeben - deshalb möchte ich mit euch meine Erfahrungen teilen.


Der Wunsch beginnt..

Nach unserer Hochzeit war für mich schnell klar, dass ich nun den nächsten Schritt gehen möchte. Ein eigenes Kind von mir und der Liebe meines Lebens - das sollte unser Glück perfekt machen.
Ich habe die Pille abgesetzt und hoffte. Meine Periode kam daraufhin sehr unregelmäßig in immer größer werdenden Abständen (4 Wochen..6 Wochen...10 Wochen) jedesmal hatte ich die Hoffnung das es geklappt hat. Ich beschloss zum Frauenarzt zu gehen um mich genauer Untersuchen zu lassen. Nach meinem Besuch beim Frauenarzt stellte sich heraus, dass ich eine Hormonstörung hatte (PCO). Mein Körper schaffte es nicht selbst genügend Hormone zu produzieren, um die Eireifung voranzutreiben.


Hormonstörung (PCO) wie geht es weiter...

Die männlichen Hormone waren erhöht und zuerst machte ich mir deshalb einige Sorgen. Meine Ärztin empfahl mir eine Hormontherapie mit Clomifen. Dieses Medikament sorgte für einen ausgeglichen Hormonhaushalt und meine Eizellreifung klappte damit super. Wir hofften wieder.
Direkt im 1. Zyklus mit Clomifen waren wir schwanger und wir konnten unser Glück kaum fassen. Ich weinte vor Freude und war bereit für unser kleines Wunder.


Der Erste Rückschlag: Fehlgeburt

Die ersten Untersuchungen waren Wunderschön - es war ein unbeschreibliches Gefühl das Lebewesen in mir von Termin zu Termin wachsen zu sehen. Im 4. Monat war ich wieder beim Frauenarzt und freute mich die nächsten Entwicklungsschritte zu sehen und bald die ersten Tritte zu spüren. Leider hatte das Herz unseres Babys aufgehört zu schlagen in der 14 SSW.
Ich konnte diese Information zuerst nicht verarbeiten und fing an zu weinen.
Was danach passierte weiß ich nur noch verschwommen. Ich rief meinen Partner an und weinte noch mehrere Minuten in meinem Auto. Ich bekam eine Überweisung zum Krankenhaus und am nächsten Tag folgte eine Ausschabung. Es war ein sehr schlimmes Gefühl das tote Kind noch in mir zu haben und den Bauch im Spiegel zu sehen. Ich wollte nach vorne blicken. In diesen Momenten wollen deine Freunde, deine Familie und dein Partner dir zur Seite stehen und dich aufmuntern - Aber keine Worte der Welt können dich von dem Schmerz des verlorenen heilen.


Der Blick nach vorne...

Nach 3 Monaten wollten wir weiter machen. Da es beim ersten Clomifenzyklus bereits funktioniert hatte - war ich sehr positiv gestimmt. Nach 8 weiteren erfolglosen Zyklen mit Clomifen, sah dies ganz anders aus. Leider wollte es so nicht mehr klappen.
Das schlimmste war für mich das emotionale auf und ab - Warten... Hoffen...Enttäuschung
Außerdem fragte unser Umfeld immer wieder nach und auch die vielen Arzttermine waren nur schwer zu kaschieren auf der Arbeit. Schade das wir Frauen gerade bei solch sensiblen Themen immer noch den Spagat zwischen Partner .. Arbeit und eigener Emotionaler Welt stemmen müssen.


Künstliche Befruchtung - Zwischen Angst und Freude

nach den erfolglosen Clomifenzyklen beschloss ich einen Schritt weiter zu gehen.
Ich wollte eine künstliche Befruchtung machen. Der einzige Haken: Man muss 25 Jahre alt sein, damit die Krankenkasse die hälfte der Kosten übernimmt.
So begann für mich ein langes Jahr der Wartezeit...

Als es endlich losging war ich sehr überrascht, im Wartezimmer so viele junge Frauen zu sehen.
Doch nach vielen Gesprächen im Wartezimmer und einigen vorbereiteten Gesprächen mit den Ärzten, war mir schnell klar, dass es viele junge und ältere Frauen gibt die sehnlichst auf ihr eigenes Kind warten. Die Ärzte waren sehr kompetent und auch sehr motivierend. Ich bin sehr Dankbar für meine Ärztin, die mir viel Hoffnung gab und immer sehr verständnisvoll mit meinen Ängsten umgegangen ist. Eine künstliche Befruchtung ist bestimmt von vielen Hormonen, Spritzen, emotionalen Herausforderungen, Ängsten und Schmerzen durch die OP.

Endlich am Ziel...

Die erste Künstliche Befruchtung war erfolgreich und ich war die glücklichste und zugleich ängstlichste Frau der Welt. Nach meinem positiven Bluttest in der Klinik, habe ich die ganze Autofahrt nach Hause geweint und war so DANKBAR.

Genau das trifft es, einfach Dankbar nach 2 Jahren des Wartens endlich wieder Hoffnung haben zu dürfen. Von da ab folgten viele Monate der Angst, der Tränen, der Hoffnung.
Da ich wusste das auch mich schlimme Schicksalsschläge ereilen können, wechselten sich meine Gefühle oft ab.

Ich möchte jeder Frau in dieser Situation Mut machen. Ich erwarte in ein paar Wochen unser kleines Wunder! Und ich weiß das es nicht selbstverständlich ist ein Kind zu erwarten- Gerade weil der Weg so weit war. Ich freue mich über jeden Schwangerschaftsstreifen und jedes Zeichen das meinen Körper durch die Schwangerschaft zeichnet.
Denn ich bin erfüllt von der reinen Liebe zu meinem Kind und Dankbar.



















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